Entwicklung in Deutschland
 
In Deutschland wurde im Jahre 1903 der erste Badminton-Sportverein außerhalb Englands gegründet - der Bad Homburger Badminton-Club. Mitte der zwanziger Jahre breitete sich der organisierte Badmintonsport auch auf Nordeuropa und Nordamerika aus, so dass bereits im Juli 1934 die International Badminton Federation (IBF), der Welt-Dachverband, gegründet werden konnte.
Die ersten Deutschen Meisterschaften fanden am 17. und 18. Januar 1953 in Wiesbaden statt. Am selben Wochenende wurde der Deutsche Badminton-Verband (DBV) aus der Taufe gehoben, der noch im gleichen Jahr in die IBF eintrat.

Erster Präsident des DBV war der Industrielle Hans Riegel aus Bonn (HARIBO). Im Mai des darauf folgenden Jahres wurde der DBV als 26. Fachverband in den Deutschen Sportbund (DSB) aufgenommen, und 1967 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der European Badminton Union (EBU). 1958 entstand auch in der damaligen DDR ein Federballverband, dessen Landesverbände 1990 in den DBV eingegliedert wurden.

Während in den sechziger Jahren eine gewisse Stagnation der Mitgliederzahlen zu beobachten war, erfolgte in den Siebzigern im Zuge der Erstellung zahlreicher neuer Sporthallen ein wahrer Badminton-Boom. Dieser Aufschwung mit teilweiser Verdreifachung von Mitgliederzahlen in Verbänden und Vereinen hielt bis Ende der achtziger Jahre an, als viele Tennishallen zu Badminton-Zentren umgebaut wurden. In den Neunzigern wurde erneut eine leichte Stagnation spürbar, und seit der Jahrtausendwende sind die Mitgliederzahlen im DBV sogar leicht rückläufig, trotz der Integration von Badminton in den Schulsport.

Dem Deutschen Badminton-Verband gehören derzeit 16 Landesverbände mit etwa 218 000 Mitgliedern in 2700 Vereinen an. Darüber hinaus gibt es ca. 4,5 Millionen Freizeitspieler ohne Vereinszugehörigkeit, die Badminton mehr oder weniger regelmäßig in einem der vielen Zentren betreiben.
   
Badminton international
Große Popularität genießt Badminton in seinen europäischen und asiatischen Hochburgen Dänemark, China, Indonesien, Malaysia, Singapur, Thailand, Indien und Korea. In diesen Ländern haben große Badminton-Veranstaltungen ähnlichen Stellenwert wie in Deutschland Fußball oder Leichtathletik. In den Siegerlisten der bedeutenden internationalen Turniere findet man deshalb auch hauptsächlich dänische oder asiatische Namen.

Seit 1977 finden Weltmeisterschaften statt, seit 1983 alle zwei Jahre. Im Jahre 2006 wird zu einem jährlichen Rhythmus übergegangen. Mit dem Davis-Cup im Tennis vergleichbar sind die Mannschaftsweltmeisterschaften im Badminton: seit 1949 der Thomas Cup für Herren-Nationalteams sowie seit 1957 der Uber Cup für Damen-Nationalteams. Im Jahre 1989 wurde der Sudirman Cup ins Leben gerufen, die offizielle Nationalmannschafts-Weltmeisterschaft für gemischte Teams (Damen und Herren).

1983 führte die IBF den Grand Prix Circuit ein. Auf internationalen Preisgeldturnieren treten die besten Spieler des Jahres in Asien, Europa und Nordamerika gegeneinander an. Bei diesem Turnier und bei den beiden höchst dotierten Turnieren in Dänemark (Danish Open) und Korea (Korean Open) werden Preisgelder von rund einer Viertel Million US-Dollar ausgeschüttet.
Derzeit sind 156 Nationen mit über 14 Millionen Spielern Mitglied in der IBF.
   
Badminton wird olympisch
Bereits 1972 bei den olympischen Spielen in München war Badminton als so genannte Demonstrationssportart vertreten. Doch erst nachdem es 1988 zum zweiten Mal in Seoul sehr erfolgreich der Weltöffentlichkeit vorgestellt wurde, entschloss sich das IOK, Badminton 1992 in Barcelona zur olympischen Disziplin zu erheben, allerdings ohne gemischtes Doppel. Erst 1996 wurden alle fünf Disziplinen bei den Spielen von Atlanta ausgetragen.

Liste der bisherigen Olympiasieger:
Jahr / Ort
Herreneinzel
Dameneinzel
Herrendoppel
Damendoppel
Mixed
1972 München * Rudy Hartono (INA) Noriko Nakayama (JPN) Ade Chandra/Christian Hadinata (INA)
nicht ausgetragen
Derek Talbot/Gillian Gilks (GBR)

1988
Seoul *

Yang Yang (CHN) Han Aiping (CHN) Li Yongbo/Tian Bingyi (CHN) Kim Yun-Ja/Chung Soo-Young (KOR) Park Joo-Bong/Chung Myung-Hee (KOR)
1992 Barcelona Allan Budi Kusuma (INA) Susi Susanti (INA) Park Joo Bong/Kim Moon Soo (KOR) Hwang Hye Young/Chung So Young (KOR)
nicht ausgetragen
1996 Atlanta Poul-Erik Hoyer-Larsen (DEN) Bang Soo Hyun (KOR) Ricky A Subagja/Rexy Mainaky (INA) Ge Fei/Gu Jun (CHN) Kim Dong Moon/Gil Young Ah (KOR)
2000 Sydney Ji Xinpeng (CHN) Gong Zhichao (CHN) Candra Wijaya/Tony Gunawan (INA) Ge Fei/Gu Jun (CHN) Zhang Jun/Gao Ling (CHN)
2004 Athen Taufik Hidayat (INA) Zhang Ning (CHN) Kim Dong-Moon/Ha Tae-Kwon (KOR) Yang Wei/Zhang Jiewen (CHN) Zhang Jun/Gao Ling (CHN)
* als Demonstrationssportart